Rüdiger Rossig | Journalist | Novinar

One-Way Ticket von Moskau nach Belgrad

Viele Serben unterstützen die russische Politik, die serbische Regierung ist Moskau freundlich - trotzdem sind seit Kriegsbeginn in der Ukraine zehntausende Russen nach Serbien gezogen. Das hat auch pragmatische Gründe. | Von Rüdiger Rossig

Das Nachbarschaftszentrum "Krov" befindet sich in einer schmalen Dachgeschosswohnung im Zentrum von Belgrad. Der holzverkleidete Hauptraum erinnert an westdeutsche Partykeller aus den 1970er-Jahren. Normalerweise treffen sich hier Aktivistinnen und Aktivisten der Kulturinitiativen der serbischen Hauptstadt. Heute sitzen rund 30 junge Frauen und Männer auf Klappstühlen vor einer improvisierten Bühne. Es wird russisch gesprochen. Und wer will, kriegt ein Mikrophon und darf singen. Weiter ...

"Grund zur Angst haben wir immer"

In der serbischen Hauptstadt Belgrad geht das Leben vordergründig seinen ganz normalen Gang. Erst auf Nachfrage erzählen Bürgerinnen und Bürger von ihrer Angst vor neuen Kriegen. | Von Rüdiger Rossig

Die Sonne scheint, die Menschen kaufen ein und gehen spazieren, Straßenbahnen, Busse, Taxis und private Autos fahren: Vom Konflikt mit dem Nachbarland Kosovo ist in Serbiens Hauptstadt Belgrad vordergründig nichts zu spüren. "Es wird schon nichts passieren", erklärt die 30-jährige Svetlana, die gerade aus dem Urlaub an der kroatischen Küste zurückgekehrt ist, gegenüber der DW: "So machen das die Politiker hier auf dem Balkan doch seit über 20 Jahren immer wieder: Sie provozieren ein bisschen, rudern dann aber zurück, bevor es wirklich richtig heiß wird wie damals 1999." Mehr ...